
Diese Stille durchdringt alles Erleben. Jeder Gedanke, jede Regung, jede Sinneserfahrung, steigt auf aus dieser Stille und sinkt wieder in sie zurück.
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Diese Stille durchdringt alles Erleben. Jeder Gedanke, jede Regung, jede Sinneserfahrung, steigt auf aus dieser Stille und sinkt wieder in sie zurück.

Übe deinen Geist, damit er weit werde wie der Weltenraum und angenehme wie unangenehme Erfahrungen in ihm kommen und gehen können ohne Konflikt und ohne Leid. Ruhe in deinem Geist, der so weit ist wie der Himmel.
Nach Majjhima Nikaya 62

Seit Anbeginn der Zeiten ist kein einziges Wesen je herausgefallen aus der tiefen Meditation des Universums.
Mazu Daoyi

Was ist das? Wie kommt es hierher?“
Wer betrachtet dieses Bild? Wer liest diese Frage?
Koan

Die Wildgans fliegt über den See,
und wenn sie das andere Ufer erreicht,
bleibt auf dem Wasser kein Spiegelbild zurück.
Deng Shiru

Jeder Mensch, jedes Wesen, selbst eine Stubenfliege, ist eine einzigartige Perspektive, von der aus das Universum sich selbst erlebt, ein Lichtstrahl, durch den das Universum Zeuge wird seiner selbst.

… Nicht, daß du Gottes ertrügest
die Stimme, bei weitem. Aber das Wehende höre,
die ununterbrochene Nachricht, die aus Stille sich bildet.
Rilke, Erste Duineser Elegie

Der SINN, der sich aussprechen lässt,
ist nicht der ewige SINN.
Der Name, der sich nennen lässt,
ist nicht der ewige Name.
Laotse, Tao te king

In diesem Körper ist der ganze Kosmos enthalten: Die Entstehung des Kosmos, das Ende des Kosmos und der Weg, der ans Ende des Kosmos führt.“
Rohitassa-Sutta

Wie sonderbar! Alle Menschen haben die Fähigkeit, zu erwachen, zu verstehen und zu lieben. Trotzdem versinken sie wieder und wieder, Leben für Leben, im Meer des Leidens.
Avatamsaka Sutra

Was war dein Gesicht, bevor dein Vater und deine Mutter geboren wurden?
Traditioneller Koan

Du bist aus Wolke. Mehr als 70 Prozent von dir sind Wolke. Nimmst du die Wolke weg, gibt es kein „du“ mehr.


Huizi sagte zu Zhuangzi: »Ich habe einen großen Baum. Die Leute nennen ihn Götterbaum. Der hat einen Stamm so knorrig und verwachsen, dass man ihn nicht nach der Richtschnur zersägen kann. Seine Zweige sind so krumm und gewunden, dass man sie nicht nach Zirkel und Winkelmaß verarbeiten kann. Da steht er am Weg, aber kein Zimmermann sieht ihn an. So sind deine Worte, Zhuangzi, groß und unbrauchbar, und alle wenden sich einmütig von ihnen ab.«

Die Ursachen des Leidens: ein falsches Verständnis der Wirklichkeit, Egozentrismus, Anhaften, Ablehnen, Angst vor dem Tod.
Patanjali, Yoga-Sutra 2.3

Das reine Land,
wo man in Frieden verkehrt,
ist hier und jetzt,
es ist weder an einem fernen Ort
noch in der Vergangenheit oder Zukunft.
Bankei

Ruhe, Gelassenheit, Abwesenheit, Leere und Nicht-tun; das ist das Gleichgewicht von Himmel und Erde.
Zhuangzi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, XV

Der Stickstoff in unserer DNS, das Kalzium in unseren Zähnen, das Eisen in unserem Blut, der Kohlenstoff in unserem Apfelstrudel — sie alle sind im Innern von explodierenden Sternen entstanden. Der Kosmos ist in uns. Wir sind alle Sternenstaub.
Carl Sagan, Cosmos

Den Weg studieren heißt, sich selbst studieren.
Sich selbst studieren heißt, sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen heißt, eins werden mit den Zehntausend Dingen.
Dogen, Genjokoan

Was sollte fehlen an diesem Augenblick?
Dieser Ort ist das Lotus-Land,
Dieser Geist ist der befreite Geist.
Hakuin

Jedes Wesen trägt die ganze Welt in sich. So kommt es, dass Alles überall ist. Ein jedes ist in Allem und Alles ist in einem jeden.
Plotin

Caritas abundat in omnia,
de imis excellentissima super sidera,
atque amantissima in omnia,
quia summo Regi osculum pacis dedit.
Hildegard von Bingen
(mehr …)
Wir sind, was wir denken.
Was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Dhammapada
(n. Übers. v. T. Byrom)

Wehe, wie tief hinab sank in den Abgrund
Dein umdüsterter Geist, blind für das eigne
Licht, und in dunkle Nacht will er sich senken,
Wenn, von des Lebens Sturm mächtig entfesselt,
Ins Unendliche wächst nagende Sorge?!
Du, dem der Himmel einst offen erstrahlte!
Der durch den Äther frei pflegte zu schweifen!

— Nein, sagte Abend, als sie aus dem Buchcafé traten. Ich schreibe nicht mehr.
Sie spähten die dunkle Straße hinunter, jeder wartete auf seinen Uber.
— Schon lange nicht mehr. Schau doch: Alle schreiben, keiner hat etwas zu sagen. Ich schweige lieber. Mein Schweigen ist mein Schreiben.
— Aber du schreibst doch schon, sagte Tag.
Wortlos drehte sich Abend um und ging hinaus in die Nacht.

Das meint die himmlische Stimme mit den drei Silben »Da«, »Da«, »Da«: »Schult euren Geist«, »seid großzügig« und »übt euch in Mitgefühl«.
Brihadaranyaka Upanishad, V.2.3

Gott ist an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, dass alle Orte ein Ort Gottes sind.
Meister Eckhard

Schaffe Leere bis zum Höchsten!
Wahre die Stille bis zum Völligsten!
Alle Dinge mögen sich dann zugleich erheben.
Ich schaue, wie sie sich wenden.
Die Dinge in all ihrer Menge,
ein jedes kehrt zurück zu seiner Wurzel.

Und das ist die edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist Leiden; Alter ist Leiden; Krankheit ist Leiden; Tod ist Leiden; mit Ungeliebtem vereint sein ist Leiden; von Geliebtem getrennt sein ist Leiden; nicht bekommen, was man wünscht, ist Leiden.
Dhammacakkappavattana-Sutta



Magnificat anima mea Dominum, et exsultavit spiritus meus in Deo salutari meo. Quia respexit humilitatem ancillae suae. Ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes. Quia fecit mihi magna, qui potens est, et sanctum nomen eius.
Lk 1,46–49

Die Dharmas durchdringen einander wie ein Netz aus himmlischen Juwelen, das sich unendlich weit in alle Richtungen erstreckt. […] Dieses Netz aus himmlischen Juwelen wird Indras Netz genannt. Die Juwelen sind so klar, dass sie sich bis ins Unendliche ineinander spiegeln und ineinander übergehen. In jedem Juwel spiegelt sich das ganze Netz. Nichts kommt und nichts geht.
Dushun

Wir legen die Hände aneinander, verneigen uns und kehren dahin zurück, wo wir immer schon waren.
Sokei-an

Glaub bloß net, weil de owe am Berch lebst, bisde frei!
Es geht doch kenn Daach net römm ohne Ärcher:
Aale Weiwer klaue mer die Kwetsche vom Baam,
Buwe schäüche mer ihr Zieche durch’n Gadde,
Die Schnegge und Würm fresse mer’s Gmüs zamm,
Und die Säü und Mäüs de Mais.
Es geht halt allwei net nur nach deim Kopp!
Drömm süch ich ewe in mir selwer – buda sonst?
Shiwu
(nach Übers. v. Red Pine)

Und plötzlich ist der Mai da. Die Zikaden singen täglich lauter und die Hitze wird immer unerträglicher. Morgens schießt die Sonne an den Zenit, von wo aus sie den ganzen Tag lang erbarmungslos herunterbrennt. Gegen Ende des Monats kommt zu der Hitze auch noch die Schwüle hinzu, ab Mittag legt sich ein Dunstschleier wie eine Heizdecke auf das Dorf.
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